Ratgeber

Welches Reinigungsverfahren passt zu Ihrem Untergrund?

Stand: August 2026

Das Verfahren ist keine Geschmacksfrage. Es hängt am Untergrund, und die falsche Wahl kostet mehr als die Reinigung gespart hat. Ein Wärmedämmverbundsystem, das mit 150 bar bearbeitet wurde, ist kein Reinigungsfall mehr, sondern ein Sanierungsfall.

Niederdruck

Der Standard für alles Empfindliche: Wärmedämmverbundsysteme, Altputz, Riemchen, gealterte Silikatanstriche. Gearbeitet wird unter etwa 50 bar, meist mit rotierenden Bürsten und einem biologisch abbaubaren Reiniger, der vorher aufgetragen wird und einwirkt.

Dauert länger als Hochdruck und kostet dadurch etwas mehr. Ist aber bei gedämmten Häusern, also praktisch jedem Neubau und jeder Sanierung der letzten zwanzig Jahre, die einzige vertretbare Wahl.

Hochdruck

Geeignet für Beton, Naturstein, festen Kratzputz und robuste Betondachsteine. Schnell, gründlich, günstig. Die Risiken liegen im Detail: zu steiler Winkel spült Fugen aus, zu geringer Abstand hinterlässt Streifen im Putz, und an Fensteranschlüssen drückt Wasser in die Konstruktion.

Bei Klinker gilt besondere Vorsicht. Die Steine selbst halten viel aus, die Fugen nicht.

Trockeneisstrahlen

Arbeitet ohne Wasser und ohne Chemie: Trockeneispellets treffen die Oberfläche, der Schmutz wird spröde und platzt ab. Interessant bei Denkmalschutz, bei Brandruß und bei Naturstein-Ornamenten, die kein Wasser abbekommen dürfen.

Für eine normale veralgte Putzfassade im Einfamilienhaus ist das technisch überdimensioniert und preislich deutlich über allem anderen.

Drohne

Noch jung, aber für bestimmte Objekte sinnvoll: hohe Giebel, Hanglagen, alles wo das Gerüst mehr kostet als die eigentliche Arbeit. Preislich meist 12 bis 22 € pro m².

Grenzen: Bei starker Verschmutzung ersetzt die Drohne den Kontakt mit der Bürste nicht, und bei Wind wird nicht geflogen. Wer Ihnen eine Drohnenreinigung für ein gut zugängliches Erdgeschoss verkaufen will, verkauft Ihnen Technik, nicht Nutzen.

Und der eigene Hochdruckreiniger?

Ein Haushaltsgerät mit 100 bis 140 bar ist für eine Terrasse gemacht, nicht für eine Fassade in sechs Metern Höhe. Was dabei meistens schiefgeht, steht im Ratgeber Fassadenreinigung selbst machen.

Häufige Fragen

Kann ich meine Fassade mit dem Hochdruckreiniger säubern?

Auf robustem Beton, Naturstein oder festem Kratzputz ja, mit Abstand und flachem Winkel. Auf einem Wärmedämmverbundsystem nein: Der Strahl treibt Wasser hinter die Dämmung und beschädigt die dünne Armierungsschicht. Dort wird ausschließlich im Niederdruckverfahren gearbeitet.

Was kostet eine Fassadenreinigung per Drohne?

Drohnengestützte Reinigung liegt meist bei 12 bis 22 € pro m² und lohnt sich vor allem dort, wo ein Gerüst teurer wäre als die Reinigung selbst, etwa bei hohen Giebeln oder schlecht zugänglichen Hanglagen.

Ist Trockeneisstrahlen für Privathäuser sinnvoll?

Selten. Trockeneis arbeitet ohne Wasser und ohne Chemie und ist deshalb bei Denkmalschutz, Brandruß oder empfindlichen Naturstein-Ornamenten interessant. Für eine normale veralgte Putzfassade ist es technisch überdimensioniert und deutlich teurer.

Wie viel bar verträgt eine Putzfassade?

Als Faustregel: unter 50 bar bei Wärmedämmverbundsystemen und Altputz, bis etwa 120 bar bei intaktem mineralischem Putz, mehr nur bei Beton und Naturstein. Entscheidend ist neben dem Druck der Abstand und die Wahl der Düse.

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Fünf Angaben genügen. Rückmeldung in der Regel am selben Werktag.

Lakeside Ventures vermittelt und reinigt nicht selbst. Wir melden uns bei Ihnen und suchen einen passenden Fachbetrieb aus der Region.